Passkeys im Mittelstand: Sicher einloggen ohne Passwort

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Passwörter waren lange das Nadelöhr der IT-Sicherheit. Angriffe auf Zugangsdaten dominieren seit Jahren die Statistiken, und große Anbieter melden ununterbrochen massives Beschussfeuer auf klassische Logins. Für den Mittelstand ist das mehr als nur lästig: Jede Phishing-Mail, jeder Credential-Stuffing-Versuch, jeder vergessene Reset kostet Zeit, Geld und Nerven. Passkeys lösen genau dieses Problem. Sie ersetzen das Passwort durch ein Schlüsselpaar, das lokal am Gerät geschützt liegt und sich per Biometrie oder PIN entsperren lässt. Für die Nutzer fühlt sich das an wie „Finger drauf, fertig“. Für Angreifer ist es das Ende der Passwortbeutezüge.


Was Passkeys sind – und warum sie funktionieren

Technisch basieren Passkeys auf FIDO2/WebAuthn. Bei der Registrierung erzeugt das Gerät ein Schlüsselpaar; der öffentliche Schlüssel landet beim Dienst, der private bleibt sicher auf dem Gerät (TPM/Secure Enclave). Beim Login signiert das Gerät eine Challenge, ohne dass ein Geheimnis durchs Netz geht. Weil der private Schlüssel nie übertragen wird und pro Dienst einzigartig ist, greifen gängige Angriffe ins Leere. Phishing kann nichts abgreifen, Brute-Force findet kein schwaches Passwort, und Datenbankleaks liefern dem Angreifer bestenfalls einen nutzlosen öffentlichen Schlüssel. Große Ökosysteme unterstützen das längst: Windows Hello for Business, iOS/macOS und Android erlauben passwortloses Anmelden per Biometrie oder Security-Key. Für die IT heißt das: starke Kryptografie „by default“, kein Passwortballast, weniger Störungen im Alltag.


Warum das für Entscheider relevant ist

Passkeys sind nicht nur sicherer, sie sind auch schneller und wirken unmittelbar auf Kosten und Produktivität. Wenn Mitarbeiter und Kunden sich ohne Passwörter anmelden, fallen typische Reibungen weg: weniger Login-Abbrüche, weniger Tickets für Resets, weniger Zeitverlust durch Passwortpolitik. Unternehmen, die bereits umgestellt haben, berichten von spürbarer Entlastung der IT-Teams und besserem Nutzungserlebnis an internen und externen Portalen. Vor allem aber reduziert sich das Risiko für Vorfälle, die in mittelständischen Umgebungen schnell geschäftskritisch werden können. Dazu passt der Blick auf den Markt: 2025 rollen sehr viele Unternehmen Passkeys aus oder haben es bereits getan. Das schützt nicht nur, es schärft auch das Bild nach außen: „State of the Art“-Sicherheit ist ein Vertrauenssignal für Kunden, Partner und Audits.


Trends 2025: Reife Technologie, breites Ökosystem

Der Rückenwind kommt aus allen Richtungen. Betriebssysteme und Browser unterstützen Passkeys nativ, Identity-Provider (Microsoft Entra, Google Workspace, Okta/Auth0 u. a.) haben die Methode integriert, und selbst konservative Branchen sehen die Vorteile. Erkenntnis aus Studien: Unternehmen verfolgen Passkeys nicht als Selbstzweck, sondern wegen klarer businessseitiger Effekte wie bessere UX, weniger Betrugsfälle und Compliance-Entlastung. Parallel arbeitet die FIDO-Allianz an Standards, die den Transfer bzw. die Verwaltung von Passkeys zwischen Managern vereinfachen. Kurz: Die Technik ist nicht mehr „Early Adopter“, sondern Alltagstauglichkeit mit Roadmap.


Einführung ohne Drama: so gelingt der Umstieg

Der Wechsel muss nicht „Big Bang“ sein. Bewährt hat sich ein gestuftes Vorgehen: Zuerst starten Sie einen Pilot mit Rollen, die hohen Schutzbedarf haben (Admins, DevOps, Management). Aktivieren Sie Passkeys im IdP, erlauben Sie geräteeigene Passkeys (Windows Hello, Touch ID/Face ID, Android) und geben Sie für sensible Konten zusätzlich FIDO2-Security-Keys aus. Schulen Sie kurz die Nutzung („so entsperrst du deinen Passkey, so fügst du ein Backup hinzu“), sorgen Sie für klare Self-Service-Flows und definieren Sie Recovery-Regeln bei Geräteverlust (Zweitgerät, Hardware-Token, Revocation). Danach rollen Sie schrittweise auf weitere Gruppen aus und reduzieren Passwort-Fallbacks, sobald die Akzeptanz da ist. Eigene Web- oder Kundenportale integrieren Passkeys via WebAuthn; dafür existieren robuste SDKs und Best Practices. Wichtig ist, das Thema kommunikativ zu begleiten: Wer versteht, dass Biometrie nur lokal entsperrt und niemals übertragen wird, steigt ohne Bauchschmerzen um.


Einführung ohne Drama: so gelingt der Umstieg

  • „Was, wenn das Gerät weg ist?“ – Registrieren Sie mindestens zwei Methoden (z. B. Gerät + Security-Key) und etablieren Sie einen schlanken Recovery-Prozess.
  • „Ist Biometrie nicht hackbar?“ – Biometrie dient nur zum lokalen Entsperren; die eigentliche Anmeldung passiert kryptografisch.
  • „Unsere Legacy-App kann das nicht“ – Übergangsweise helfen IdP-Policies und Brücken, bis alte Komponenten migriert sind. In der Praxis ist der Mix üblich: synchronisierte Passkeys für Komfort, gerätegebundene Hardware-Keys für besonders sensible Zugänge.[…]


Fazit: Passwortlos ist kein Trend, sondern die neue Baseline

Passkeys reduzieren Risiken, beschleunigen Logins und senken Betriebskosten. Die Technologie ist gereift, Standards sind etabliert, und die großen Plattformen haben vorgelegt. Für mittelständische Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, umzusteigen – mit einem überschaubaren Pilot, klaren Policies und einem Backup-Konzept. Wer Unterstützung bei Strategie, Architektur, Integration oder Change-Management braucht, sollte sich Hilfe von einem erfahrenen Dienstleister holen. Das Ergebnis ist nicht nur mehr Sicherheit, sondern spürbar weniger Friktion im Arbeitsalltag.

Sie wollen Passkeys pilotieren oder für Belegschaft und Kundenportal ausrollen? Wir unterstützen bei Konzeption, IdP-Konfiguration, WebAuthn-Integration und Rollout – pragmatisch, messbar, kompatibel mit Ihrer bestehenden Landschaft.


Quellen

  • FIDO Alliance: „World Passkey Day 2025“ (Adoptions- und Awareness-Trends) – FIDO Alliance
  • BSI: „Passkeys – anmelden ohne Passwort“ (Einordnung, Funktionsweise, Empfehlungen) – BSI
  • BSI: „Verbraucherbefragung zur passwortlosen Authentisierung mit Passkeys“ (Kurzbericht, 10/2024) – BSI
  • Microsoft: Digital Defense Report 2024 (Identitätsangriffe, Kennzahlen zu Passwortangriffen) – Microsoft
  • Microsoft Learn: „Windows Hello for Business overview“ (FIDO2/Passkeys im Windows-Umfeld) – Microsoft Learn
  • Microsoft Learn: „Support for Passkeys in Windows“ und „Enable passkeys (FIDO2 – Microsoft Learn
  • FIDO Alliance: (87 % der Unternehmen führen Passkeys ein/aus) – FIDO Alliance

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